
Bei den meistverbreiteten typischen Ratschläge willst du dich eher schütteln, als hoch motiviert deinen Launch anzugehen. Was ein großer Verlust ist, denn du hast deine Angebote schließlich entwickelt, weil sie Menschen wirklich weiterbringen.
Daher übersetze ich dir hier 7 furchtbare Launchtipps in machbare Steps und Fragen, bei denen du konkret in die Umsetzung kommen kannst, ohne vorher eine Wand des inneren Widerstands erklimmen zu müssen.
- Kennst du das? Du liest Launchtipps, fühlst dich aber danach eher abgeschreckt anstatt inspiriert?
- Tipp 1: „Du brauchst nur mehr Sichtbarkeit.“
- Tipp 2: „Wenn es nicht verkauft, war dein Mindset nicht stark genug.“
- Tipp 3: „Launch einfach, auch wenn es noch nicht perfekt ist.“
- Tipp 4: „Poste jeden Tag in der Launchphase.“
- Tipp 5: „Du musst mehr verkaufen lernen.“
- Tipp 6: „Die Leute kaufen erst beim fünften Reminder.“
- Tipp 7: „Ein erfolgreicher Launch braucht halt Opfer.“
- Von schlimm zu praktisch umsetzbar
Kennst du das? Du liest Launchtipps, fühlst dich aber danach eher abgeschreckt anstatt inspiriert?
Tipp 1: „Du brauchst nur mehr Sichtbarkeit.“
Uff, ich weiß was du jetzt denkst: Ich wende doch schon so viel Zeit für Content auf, jetzt soll ich noch mehr machen?
Was du wirklich brauchst ist aber nicht einfach mehr von allem, sondern Content der Verbindung zu dir schafft, deine Expertiese zeigt, deine Werte und Meinung wiederspiegelt und Content der glasklar macht, was du anzubieten hast und für wen.
Tatsächlich drückst du jetzt lieber erstmal die Pause-Taste:
Du musst also nicht mehr machen, sondern schauen wo kleine Verbesserungen möglich sind, bei dem was schon da ist.
Ob du das System auf Instagram, LinkedIn, deinem Blog oder Newsletter anwendest ist egal. Wichtig ist, dass es zu dir und deinen Wunschkund*innen passt.
Genau damit wirst du dann sichtbar für die richtigen Leute, die bei denen dein Content etwas bewegt und dein Angebot tiefe Eindrücke hinterlässt.
Tipp 2: „Wenn es nicht verkauft, war dein Mindset nicht stark genug.“
Direkt der nächste Satz im Kopf ist dann: Und du hast es nicht genug gewollt. Meine Augen kann ich gar nicht so sehr verdrehen, ohne dass sie mir rausfallen. Wenn jemand soetwas zu dir sagt, kannst du denjenigen direkt auf deine “getestet und für schlecht befunden”-Liste setzen.
Und bevor du anfängst in deinen Mindfucks zu versinken, richtest du deine Aufmerksamkeit am besten auf die 2 Fragen, die stattdessen wirklich relevant sind:
- Wurde dein Angebot von deiner Zielgruppe verstanden? Wenn nicht klar ist, für wen dein Angebot ist und was es bringt, dann wird es nicht gekauft.
- Funktioniert der Kaufprozess? Wenn das Angebot klar ist, Interesse besteht, aber trotzdem keine Käufe zustande kommen, dann ist es an der Zeit deinen Kaufprozess intensiv zu testen.
Zeige dein Angebot, bzw. deine Verkaufsseite deinen Business-Buddys, Bekannten oder im Idealfall einer Expertin. So findest du raus, ob dein Angebot verstanden wird und ob es Hürden oder technische Fails beim Kaufprozess gibt.
Tipp 3: „Launch einfach, auch wenn es noch nicht perfekt ist.“
Dieser Tipp ist einfach nur fahrlässig. Das ist quasi wie, wenn du einer schwangeren sagst: Klar kannst du Sushi essen, hab ich jeden Tag gemacht und es ist nichts passiert. Ohne sie zu kennen und ohne sie über die möglichen Risiken aufzuklären.
Frage dich also: wo hakt es also wirklich?
- Hält dich die Technik auf, weil du dir unsicher bist, ob du die gesetzlichen Spielregeln einhältst? Hier solltest du dich zumindest an die Basics halten und nicht pokern.
- Gibt es eine logische Kundenreise, also ist stehts klar, was als nächstes zu tun ist, inklusive Kaufabschluss? Bei groben Schnitzern bringt dir auch unperfekt launchen nichts.
- Ist klar was und für wen dein Angebot ist und kannst du die Keymessage klar runterbrechen? Hat dein Angebot bereits eine Strukur, sodass du genau weißt worüber du sprichst und welche Transformation möglich ist? Wenn deiner Zielgruppe nicht klar ist, bei was ihnen deine Expertise hilft, dann kauft sie nicht. Egal wie “sichtbar” du dich gemacht hast.
- Die ersten 3 Punkte sind abgehakt, doch die Inhalte deines Angebots sind noch nicht detailiert ausgearbeitet? An dieser Stelle ist der Tipp berechtigt. Es macht Sinn, bei der Ersterstellung diese on-the-go auszuarbeiten, weil du direkt echte Fragen und Probleme von Kaufinteressenten einarbeiten kannst.
Wenn dir jemand diesen Tipp um die Ohren haut und dir die Haare zu Berge stehen, dann schau einmal genau hin, was dir tatsächlich Unbehagen bereitet. Du musst weder dein Bauchgefühl ignorieren und kopflos einfach loslaunchen, noch dich von deiner inneren Perfektionistin abhalten lassen.
Tipp 4: „Poste jeden Tag in der Launchphase.“
Auch hier wieder ein Tipp, den man so häufig findet, der aber suggeriert, dass man wärend des gesamten Launches täglich postet und wenn du vor hast 3-5 Monate einen großen Launch zu fahren, dann postest du dich am Ende nur in den in die Social Media Erschöpfung.
Wann ist der Tipp tatsächlich passend?
Wie schon angedeutet besteht der Launch aus mehreren Phasen: Vorbereitung, Aufwärmen, Verkaufen, (Nachbereiten). Die Verkaufsphase beginnt mit deinem Launch-Event und der anschließenden Möglichkeit dein Angebot zu buchen. Genau hier sind vorallem bei größeren Programmen (ab ca. 1.500€) tägliche Sichtbarkeit essenziell für deinen Launcherfolg. Das gilt sowohl für Social Media als auch für die E-Mail-Liste.
Das bedeutet aber nicht, dass du dir jetzt täglich was aus den Fingern saugen musst, das lässt sich ganz hervorragend vorbereiten und du fügst nur aktuelle Dinge hinzu, wie z. B. Fragen, Kaufentscheidungen, Ereignisse.
In der Vorbereitungsphase machst du einfach regelmäßig Content, wie gewohnt, nur mit Plan, damit deine Community dir folgen kann, sobald du in die Phase kommst, wo du begeistert über dein neues Angebot sprichst.
Oh, ich weiß welcher Gedanke dir noch quer im Magen liegt: Ich will auch in der Verkaufsphase den Leuten mit täglichen Posts/E-Mails nicht auf die Nerven gehen. Das habe ich selbst lange gedacht und wahrlich mehr als einmal gehört.
Bis mich diese Erkenntnis getroffen hat: Die Menschen, die kaufbereit sind WOLLEN von mir lesen/hören und zwar alles, bis es klick macht und sie auf den Kaufen-Button klicken. Du machst also deinen Content für diese Leute und nicht für die, die eh nicht kaufen wollen.
Tipp 5: „Du musst mehr verkaufen lernen.“
Bei diesem Satz rollen sich allen werteorientierten Selbstständigen die Fußnägel auf. Weil das so klingt (und wahrscheinlich auch so gemeint ist) als müsste man schmierige Verkaufstricks lernen, und den Menschen damit das Angebot quasi aufdrängen.
Dabei musst du etwas ganz anderes lernen: Kommunikation! Und du brauchst Klarheit darüber, was du an wen verkaufst. Expertise haben reicht allein nicht aus, niemand kauft dein Angebot weil es gut und da ist. Wenn du aber lernst, deiner Zielgruppe dein Angebot so zu erklären, dass sie wirklich versteht welches Ergebnis für sie dabei rausspringen kann, dann verkauft es sich quasi von alleine.
Und ja, um den Dreh rauszubekommen, braucht es Übung. Doch die lohnt sich und macht viel mehr Spaß als schmierige Psychotricks zu lernen, bei denen du dich am Ende eh nicht überwinden kannst sie anzuwenden.
Tipp 6: „Die Leute kaufen erst beim fünften Reminder.“
„Nee, kein Bock auf Spam!“, ist der erste Gedanke der hochkommt, dabei ist der Tipp einfach richtig blöd formuliert.
In einer vernünftigen Launchstrategie schreibst du nicht einfach 20 Mails, die alle irgendwie ähnlich klingen und zum Schluss dann noch 3x: kauf jetzt, sonst gibt’s die Chance NIE wieder.
Sondern du schreibst jede E-Mail mit einem spezifischen Thema. Zum Beispiel: Kundenergebnisse/Testimonials, Einwände entkräften, deine Expertise zeigen, oft gestellte Fragen beantworten, usw. Tatsächlich musst du dich am Ende eher entscheiden, welche E-Mail du NICHT schreibst und gleichzeitig bleiben sie immer interessant, weil abwechslungsreich, auch wenn du in der Verkaufsphase täglich E-Mails versendest.
Die Leute brauchen also nicht einfach nur 5 Reminder, sondern DIESE EINE E-Mail bei der es Klick macht. Und ja manchmal auch am letzten Tag die 3. Reminder-Mail, weil die vielleicht zu einem Zeitpunkt kommt, an der mal 5 Minuten Kapazitäten für einen konzentrierten Kauf da sind.
Tipp 7: „Ein erfolgreicher Launch braucht halt Opfer.“
Bei diesem Satz macht sich in meinem Kopf eine Welt des Grauens auf. 3 Monate mit Technik und Texten kämpfen, sich durch 12h-Tage und Nachtschichten kämpfen, Familie und Freunde vernachlässigen, nicht mit in den Urlaub fahren und ständig mit dem Kopf im Business hängen.
Schon bei der Vorstellung saugt es mir die Batterien leer und das ist für viele Solopreneurinnen die Realität. Weil dieser Satz genau dieses Szenario als normal suggeriert. Das muss so, das bedeutet erfolgreich werden.
Ich sag dir was: Ein erfolgreicher Launch braucht eine gute Planung. Nicht nur inhaltlich und technisch, sondern auch eine bewusste Terminierung.
Was meine ich damit:
Wie viel Zeit hast du wirklich, um deinen Launch vorzubereiten (= dauer der Launchphasen)?
Wenn du wenig Zeit hast, dann halte deinen Launch technisch so minimal wie möglich, um ihn nicht unnötig in die Länge zu ziehen.
Wann hast du wirklich eine Woche frei im Kalender?
Lege deine Launchwoche (Launch-Event und Verkaufs-Phase) in eine Zeit in der keine wichtigen Termine, Jahresdaten oder deine Menstruation anstehen. Sei hier ehrlich zu dir, denn Opas 60. Geburtstag zu organisieren, einen besonders traurigen Jahrestag zu verarbeiten oder das Launchevent am 2. Tag deiner Periode zu veranstalten sorgen dafür, dass du doch wieder bei „ein erfolgreicher Launch braucht halt Opfer“ landest.
Ja, ein Launch ist zeitaufwendig und braucht eine Menge Gehirnschmalz, doch du kannst ihn smart planen und Energiefallen vermeiden. Dann entsteht am Ende auch nicht das Gefühl, man hätte sein halbes Leben in den Launch gegeben und ist völlig ausgelaugt.
Von schlimm zu praktisch umsetzbar
Du hast es sicher gemerkt, die erste Reaktion bei den schlimmen Tipps ist immer eine tiefe Abwehrhaltung, sodass eigentlich überhaupt keine Motivation zum Launchen mehr aufzubringen ist und du am Ende das Produkt fix lieblos auf den Markt schmeißt, damit es wenigstens da und buchbar ist. Nur leider dann aber trotzdem keiner kauft.
Mit den Übersetzungen kannst du nun freundlich lächeln und nicken, wenn du einen der Tipps gesagt bekommst und weißt, was du stattdessen wirklich tun kannst ohne dabei dich und deine Werte zu übergehen.