Der wahre Grund, warum sich Launchen so schwer anfühlt

Und warum dir noch mehr Strategien oft mehr Chaos bringen als Klarheit

5 Minuten

„Eigentlich wollte ich doch nur mein Angebot verkaufen.“

Es klingt so simpel: Du hast ein Angebot und das möchtest du verkaufen. Du weißt schon, wem es hilft und jetzt heißt es, die richtigen Menschen darauf aufmerksam zu machen. Doch genau hier fängt gefühlt eine Sisyphus Aufgabe an.

Welches Launchformat wäre denn das beste: Challenge, Workshop, Webinar, oder vielleicht doch noch was anderes? Passt mein Leadmagnet eigentlich dazu, oder doch lieber einen neuen erstellen? Braucht es eine Warteliste? Content für die Sichtbarkeit machst du schon, aber vielleicht sollte es besser noch mehr sein? 

Eine Frage führt zur nächsten und stapelt mehr und mehr To-Dos auf deinen Zettel. Doch bevor du dir das jetzt bildlich vorstellst, schauen wir uns das in diesem Artikel genauer an.

Warum aus einer Angebots-Einführung plötzlich ein Mammutprojekt wird

Der Plan ist nicht durchdacht.

Das Angebot steht ja schon, also wird der 1. Verkaufstag so Pi x Daumen in 6 Wochen gesetzt. Voller Elan geht’s an die Ausarbeitung des Live-Events. Ist das überhaupt inseressant? Schnell eine Warteliste dazu (für mehr Kontrolle). Vielleicht doch noch Ads schalten, damit sich das überhaupt lohnt von der Leadmenge her. Und einen neuen Leadmagneten erstellen.

Die Aufgaben sammeln sich kreuz und quer zusammen, es gibt keine logische Abfolge, Deadlines können nicht sinnvoll gesetzt werden, viele Sachen müssen plötzlich gleichzeitig fertig sein. Es wird ständig spontan etwas dazu entschieden. Im schlimmsten Fall, laugt diese Vorgehensweise mega aus und gekauft wird kaum.

Immer das Neueste, Beste, Meiste

Der Plan steht, der Anspruch ist hoch, nur das Beste vom Neuesten ist gut genug. Die aktuell beste Strategie, das neueste angesagte Tool, der krasseste Funnel, KI mit den bombastischsten Skills, fünf Kanäle werden gleichzeitig mit Content befeuert, aufwändiges Launch-Event und dann zu guter letzt natürlich täglich Live parat stehen.

Viel Einarbeitung und Vorbereitung, weil vieles von Scatch neu erstellt oder KI gefüttert werden muss. Strategie, Tools, Kanäle werden nicht Zielgruppe und Angebot passend ausgewählt. KI liegt, auch gut instruiert, mal meilenweit daneben, eben weil die menschliche Komponente fehlt. Neben dem Ganzen, braucht dieses Pensum ein gut überwachtes Projektmanagement.

Vielleicht erkennst du dich bei dem ein oder anderen oder dazwischen wieder. Und vielleicht stellst du dir an diesem Punkt die Frage, wie über die Jahre aus “ich erstelle und verkaufe mein neues Angebot” zu “ich erstelle ein Angebot, racker mich 3 Monate ab, und verkaufe es nur mäßig” werden konnte.

Mehr Möglichkeiten bedeuten nicht automatisch bessere Entscheidungen

Aktuell ist meine Lieblingshose wieder modern: die Schlaghose. In den 20 Jahren dazwischen waren x andere Hosenformate DIE Hose. So ähnlich ist es auch mit den Launchmöglichkeiten. Die EINZIG WAHRE Launchstrategie oder das -format ändert sich permanent. Der Unterschied zur Hose ist, dass du jetzt immer mehr Möglichkeiten hast aus denen du auswählen musst kannst, weil sie alle vorhanden bleiben.

Und was wissen wir bereits aus dem Marketing? Umso mehr Auswahl, umso weniger wird gekauft. Genauso funktioniert das auch mit den Möglichkeiten, umso mehr vorhanden sind, umso weniger wird sich für eine Entschieden, weil: was ist wenn eine andere doch besser ist? Eine andere Hose ist schnell gekauft, doch dich durch 10 verschiedene Strategien arbeiten, da weißt du schon dass dich das Jahre an Zeit und Tonnen an Energie&Nerven kostet.

Der Blick nach Links und Rechts macht die Entscheidung oft auch nicht einfacher.

  • Anna ist mit ihrem neuen Beta Kurs in 2 Wochen ausverkauft ohne großes Launchtrara. Anna hat eine Wundertüten-Käufer-Community, die das Geld schon auf den Tisch legt, bevor genau klar ist, wofür eigentlich.
  • Nele hat mal wieder einen ü100K Launch hingelegt. Nele hat eine sehr große Community und ist Profi im Copywriting.
  • Katha erklärt, dass diese neue Strategie DIE Geldruckmaschine ist, brauchst nur ihren Kurs kaufen und dann weiß du wie das geht.
  • Und Jutta macht 100 Verkäufe am Tag mit dem besten Funnel aller Zeiten.

Selten wird darüber gesprochen, wie schwer die ersten Schritte waren, wie wenig die ersten Angebote verkauft wurden und wie viel Energie das alles gebraucht hat. Genau hier fangen dann aber die wichtigen Entscheidungskriterien an. Denn viel Umsatz machen wollen wir alle, doch eine gute Strategie berücksichtigt deine realistischen Ressourcen (finanziell, körperlich, mental). 

Du weißt also schon richtig viel. Und damit blickst du jetzt einmal auf dich und deine Ressourcen. Wo genau stehst du in deinem Business, wie siehts mit deiner Community aus und welche Ressourcen hast du, wenn du ehrlich zu dir bist? Welche Möglichkeiten bleiben nun übrig?

Warum du in einem Launch emotional so oft Achterbahn fährst

Ein Zeitraum von 1-3 Monaten plus Vorbereitungszeit bietet viel Fläche für Zweifel, Unsicherheiten, FOMO oder Perfektionismus. War das wirklich die richtige Strategie? Hab ich den Plan gut genug durchdacht? Hab ich vielleicht doch zuviel Mut zur Lücke gehabt? Wuuuusch, freier Fall. 

Kaum hast du dich erholt, bist du unsicher, ob das das richtige Tool für dein E-Mail Marketing oder den Zahlungsanbieter ausgewählt hast. Hast du alles richtig verknüpft, an alles rechtliche gedacht (hallo DSGVO)? 

Vielleicht ruiniert ja dieses eine Wort in Salesmail 3 den kompletten Verkauf? Lieber nochmal neu schreiben. Ist die Verkaufsseite überhaupt schön genug? Nochmal 3 Stunden Pixel schieben. 

Und dann kommt schon wieder der nächste freie Fall: Nach Tag 1 kauft eh keiner mehr, dann kann ich auch hinschmeißen. Das überhaupt wer gekauft war eh nur Glück…

Du siehst, neben Strategie, Planung und Aufgaben abarbeiten gibt es einen Parameter, der sehr viel Energie verbraucht: dich immer wieder und wieder zu Entscheiden, weiter zu machen, bei dem zu bleiben was du geplant hast (wenn es realistisch Sinn macht). Deinen ganzen Mindf*cks die Meinung zu geigen.

Das Gute ist, mit jedem Mal weißt du besser was zu dir, deinen Möglichkeiten und deiner Lieblingskundin passt. Und auch wenn der Umfang an großen Launches meist nicht weniger wird, so braucht er doch weniger Energie, weil viele Entscheidungen schon aus dem FF getroffen werden.

Weil Wissen keine Entscheidungen trifft

Du hast also eine große Auswahl an Strategien, Tools, Launchformaten und Funnelmöglichkeiten und du hast dich, deine Situation, dein Standing im Business und deine Ressourcen. Und dir ist jetzt klar geworden: viel zu wissen bedeutet nicht automatisch gute Entscheidungen treffen zu können

Aber zu wissen wo du stehst gibt dir eine Richtung vor. Hilft dir, eine passende Strategie zu wählen, die dir wiederum Klarheit bei den Prioritäten der Aufgaben verschafft. 

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